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contenuto

  • Vorwort 7
  • Einleitung 9
    • Vorbemerkung 10
    • Geographie 11
      • Flüsse 13
      • Seen 13
      • Höhlen und Grotten 13
      • Naturschutzgebiete 14
    • Plagen und Mißgeschicke 15
    • Verwaltungsbezirke in den Abruzzen und im Molise 17
  • Vorgeschichte, die Zeit der italischen Völker und die Zeit der Römer 21
    • Vorgeschichte 22
    • Die Zeit der italischen Völker 23
    • Die Zeit der Römer 34
      • Der Straßenbau in den Abruzzen 37
      • Brücken 40
      • Hydraulische Arbeiten 40
      • Siedlungen 43
      • Tempel und Heiligtümer 48
      • Theater und Amphitheater 53
      • Thermen und Zisternen 56
      • Grabmonumente 57
      • Skulptur 59
      • Malerei, Mosaik, Kunstgewerbe und Inschriften 62
  • Das Mittelalter bis zur Schlacht bei Tagliacozzo (1268) 65
    • Die Zeit des Frühchristentums bis zum Einfall der Langobarden (568) 66
    • Von der Zeit der Langobarden bis zum Einfall der Normannen 70
    • Die Zeit der Normannen und Hohenstaufen 92
      • Geschichte 92
      • Rebellen 95
      • Adelshäuser, Staatsdiener und Gelehrte 96
      • Religiöses Leben 98
    • Architektur 103
      • Vorbemerkung 103
      • Der Baustein 104
      • Grundriß und Aufriß 105
        • Die Säulenbasilika 105
        • Die Pfeilerbasilika 107
        • Kirchen mit Säulen und Pfeilern 110
        • Einschiffige Kirchen 112
        • Besonderheiten im Grundriß und im Aufriß 113
      • Vorhallen 114
      • Fassaden 117
      • Rundfenster 119
      • Glockentürme und Glockenwände 122
      • Angehobene Seitendächer 124
      • Gewölbe 126
      • Krypten 130
      • Baudekoration 135
      • Fremdeinflüsse 145
    • Skulptur 149
      • Vorbemerkung 149
      • Außerabruzzesische Einflüsse 151
      • Holzschnitzerei 154
      • Reliefs in Stein 157
        • Portalreliefs 157
        • Kanzeln und Ziborien 158
        • Chorschranken 167
        • Weitere Ausstattungsgegenstände des Kirchenraumes 169
        • Einzelne Monumente 173
    • Malerei 176
      • Vorbemerkung 176
      • Einzelne Monumente 178
      • Figürliche Mosaiken 193
      • Skriptorien und Miniaturmalerei 194
        • Vorbemerkung 194
        • Chroniken 194
        • Skriptorien 195
        • Miniaturmalerei 196
  • Das Ende des Mittelalters und die Neuzeit 203
    • Geschichte 204
      • Vorbemerkung 204
      • Abruzzen und Molise unter fremdländischer Herrschaft 205
        • Das Haus Anjou (1265-1435) 205
        • Die Aragonier, die spanische Herrschaft und die Habsburger 211
          • Die Aragonier (1442-1503) 211
          • Die spanische Herrschaft (1503-1713) 212
          • Die Habsburger (1713-1734) 215
        • Die Bourbonen (1734-1860) 216
      • Abruzzen und Molise nach der Einigung Italiens (1860) 219
    • Zur Kirchengeschichte der Abruzzen und des Molise 221
      • Vorbemerkung 221
      • Kirchenorden 223
        • Coelestiner 223
        • Franziskaner 230
        • Dominikaner 236
        • Augustiner 237
        • Kapuziner 238
        • Jesuiten 239
        • Theatiner 239
      • Weitere Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens 240
    • Städte 243
      • Vorbemerkung 243
      • Die Stadt L'Aquila 245
    • Handel, Verkehr, Bevölkerung 248
    • Große Adelsfamilien 254
      • Vorbemerkung 254
      • Die Grafen von Celano 255
      • Die Familie Cantelmo 255
      • Die Familie Caldora 255
      • Das Haus Tagliacozzo 256
      • Das Haus D'Avalos 256
      • Die Familie Acquaviva 257
      • Der Farnesische Staat in den Abruzzen 259
    • Bildung 262
      • Schulen 262
      • Bibliotheken 263
      • Akademien 264
      • Humanisten und Spezialisten 265
      • Pflege des Altertums und der eigenen Geschichte 270
      • Ärzte und Naturwissenschaftler 275
      • Abwanderung von Künstlern 277
    • Architektur 281
      • Kirchen und Klöster 281
        • Bauten der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und des 14. Jahrhunderts 281
          • Bettelordenskirchen 281
          • Bauten in L'Aquila 285
          • Weitere Bauten in den Abruzzen und im Molise 288
        • Bauten vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts 295
        • Bauten des 19. Jahrhunderts 310
        • Kirchenportale 311
          • Portale der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und des 14. Jahrhunderts 312
          • Portale seit dem IJ.Jahrhundert 319
        • Kreuzgänge 323
      • Weltliche Architektur 326
        • Burgen und Stadtbefestigungen 326
        • Öffentliche Bauten 341
        • Wohnbauten 346
        • Paläste und Villen 350
        • Brunnen und Aquädukte 354
    • Skulptur 356
      • Vorbemerkung 356
      • Die Holzskulptur in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und im 14. Jahrhundert 358
      • Die Skulptur im 15. und 16. Jahrhundert 362
        • Holzskulpturen 362
        • Deutsche Bildhauer des 15. Jahrhunderts in den Abruzzen 365
        • Silvester von L'Aquila und sein Umkreis 366
        • Außerhalb der Werkstatt des Silvester entstandene Terrakotten 370
        • Weihnachtskrippen 371
        • Steinskulpturen 374
      • Die Skulptur seit dem 17. Jahrhundert 375
      • Grabdenkmäler 378
      • Kirchenausstattung aus Stein 386
    • Malerei 388
      • Vorbemerkung 388
      • Die Malerei in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und im 14. Jahrhundert 389
      • Die Malerei im 15. Jahrhundert 394
        • Andrea Delitio 403
      • Die Malerei vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts 409
        • Das 16. Jahrhundert 409
        • Das 17. Jahrhundert 414
        • Das 18. Jahrhundert 417
      • Die Malerei im 19. Jahrhundert 420
    • Die Buchmalerei 431
    • Kunsthandwerk 436
      • Vorbemerkung 436
      • Goldschmiedekunst 437
        • Vorbemerkung 437
        • Silberkreuze 438
        • Reliquiare 441
        • Liturgische Geräte und Bischofsstäbe 444
        • Einzelwerke abruzzesischer Goldschmiedekunst 446
        • Der Goldschmied Nikolaus von Guardiagrele 446
      • Kunst des Schmiedeeisens und Glockenguß 450
      • Arbeiten in Bein und Glas 452
      • Arbeiten in Holz 453
      • Orgelbau 456
      • Keramik 458
  • Schrifttum in Auswahl 465
    • Schrifttum in Auswahl 465
    • Vorbemerkung 467
    • Bibliographien 469
      • Allgemein 469
      • Geschichte 469
      • Vor-und Frühgeschichte, Archäologie und Kunstgeschichte 469
      • Einzelne Gelehrte 469
      • Die wichtigsten lokalen Zeitschriften 470
      • Guiden und Reiseberichte 470
      • Museumsführer 470
      • Allgemeine Werke zu den Abruzzen und zum Molise 470
      • Geschichte und Kunstgeschichte 470
        • Allgemein 470
        • Altertum 471
        • Frühchristentum 471
        • Mittelalter 472
        • Neuzeit 472
        • Einzelne Landschaften der Abruzzen 472
        • Einzelne Orte 472
        • Architektur 473
          • Allgemein 473
          • Burgen 474
          • Wohnbau und Villen 474
        • Skulptur 474
          • Malerei 474
          • Handschriften und Miniaturmalerei 475
          • Kunstgewerbe 475
          • Einzelne Künstler 475
        • Kirchengeschichte 476
          • Allgemein 476
          • Einzelne Orden 476
        • Humanisten 476
        • Handel, Gewerbe, Bevölkerung 476
        • Volkskunde 477

p. 10

Einleitung ...

Vorbemerkung

Vorbemerkung

Im Juli 1909 vereinigten sich in Rom Journalisten und Parlamentarier zu einer Expedition zum Zwecke der Entdeckung des Abruzzenlandes. Im abschließenden Bericht über diese Autoreise im Giornale d'Italia bekennt der Verfasser, die einzige Entdeckung sei die der völligen Unbekanntheit dieses Landes gewesen. Man beschuldigte die Organisatoren, sie hätten die Distanzen der Tagesreisen nur auf der Landkarte festgelegt, ohne sich der hohen Berge bewußt gewesen zu sein.

Ähnliche Fehlurteile finden sich noch öfter in der Geschichte. Boccaccio verweist im Dekameron in der dritten Geschichte des achten Tages die Abruzzen an das Ende der Welt. Maso erzählt dem Calandrino von einer Gegend des Baskenlandes, wo ein Berg aus geriebenem Parmesankäse stünde, in dessen Nähe ein Bach rausche, der keinen Tropfen Wasser sondern nur den besten Vernacciawein mit sich führe. Und der einfältige Calandrino fragt, wieviel Meilen es denn bis dahin seien. Mehr als tausend, die ganze Nacht durchsausend, erhielt er zur Antwort. Nun, so muß es ja weiter sein als die Abruzzen, meinte Calandrino. Ei freilich, sagte Maso, ein bißehen weiter ist das schon. Wir halten es Boccaccio zugute, daß aus dieser Erzählung nicht seine eigene Unkenntnis spricht, denn wir wissen, daß er im Herbst 1362 auf der Rückreise von Neapel nach Florenz den Weg durch die Abruzzen wählte, um in Sulmona seinen Freund, den Humanisten Marco Barbato zu besuchen, der auch von Petrarca geschätzt wurde.

Zwei Jahrhunderte später ist es wieder ein Florentiner, Giorgio Vasari, der die Abruzzen abwertet. Er verwundert sich über den Abruzzesen Cola da Amatrice, der in S. Bernardino in L'Aquila die schönste Renaissancefassade dieses Berglandes aufführte, und sagt, daß die Abruzzen mit Ausnahme des Cola keinen Architekten von Rang hervorgebracht hätten, mit dem Unterton, daß die Kunst in diesem Landstrich nicht heimisch sei.

Das Brockhaus-Lexikon bedenkt in seiner Jubiläumsausgabe von 1901 die Abruzzen mit knapp einer halben Seite, ebenso sparsam verfährt das Meyersche Lexikon von 1927, und endlich stellt der Baedeker von 1929 fest, daß in den Abruzzen nur der höchste Berg des Apennin, der Gran Sasso d'Italia, besondere Aufmerksamkeit verdiene.

Die angeführten Beispiele sind nicht böswillig als Einzelfälle herausgegriffen, sie geben einen bestimmten Grundton wieder, den wir bis in die heutige Zeit immer wieder antreffen. Abruzzen und Molise sind in der Tat das ausgesparteste Land unter den italienischen Regionen. Dieses schwer zu bereisende Hochland gehörte nicht zum Programm der Grand Tour, auf der die zahllosen europäischen Reisenden Italien im 17. und 18. Jh. durchzogen. Kein Name von internationaler Bedeutung ist in diesem Raum aus jener Zeit überliefert. Montaigne, Chateaubriand, Händel, Mozart, Herder, Goethe und viele andere kannten und verehrten Italien, fanden aber nicht den Weg in die Abruzzen. Im 19. Jh. überschwemmten deutsche Künstler Italien, und viele von ihnen bildeten südöstlich von Rom in Olevano eine bedeutende Künstlerkolonie. Es waren vor allem Landschaftsmaler, die ihre Motive in der näheren und weiteren Umgebung von Olevano ausfindig machten. Steigt man die umliegenden Höhen des Ortes nur ein wenig hinan, so bietet sich dem Auge die gewaltige Bergkette der Monti Simbruini dar, mit der die alpine Landschaft der Abruzzen beginnt. Kaum einer dieser wanderfreudigen Maler hat es versucht, in diese Welt einzudringen.

Meine eigenen Wanderungen und Untersuchungen in den Abruzzen begannen von Rom aus am Ende der dreißiger Jahre. Das Urteil meiner historischen und kunsthistorischen Fachkollegen über diese Unternehmungen war sehr kritisch. Ja, die Abruzzen, wo liegen sie eigentlich genauer, und was gibt es dort zu forschen, und was hat das mit der großen Geschichte Italiens zu tun. In ihren Augen galten die Reisen als Liebhaberei eines Sonderlings, von der keine neuen Ergebnisse erwartet wurden. Umgekehrt ist das Wissen der Abruzzesen über die außerabruzzesische Welt auch nicht sehr umfangreich, obwohl ihre eigene Lokalforschung hoch entwickelt ist.

Der Mensch gesteht sich nicht gern ein, etwas nicht zu kennen. Aus der Unwissenheit entstehen entstellte Pauschalurteile. Man begegnet heute immer noch Vorstellungen über die Abruzzen, die sich mit Angst verbinden. Man fürchtet die Undurchdringlichkeit des Gebirges und glaubt, die Menschen dort seien rauh, oft verschlagen. Immer wieder kommt die Frage: Kann man sich dort allein bewegen, und ist es nicht gefährlich dort zu reisen? Das Neunzehnte Jahrhundert hat den Begriff des Abruzzenräubers hervorgebracht und die Briganten und Beraubungen in den Vordergrund gestellt. Genauere Kenner wissen dann auch von den Wolfsplagen und von Bären zu berichten. Wie soll man sich da im Ernstfall verhalten?

Das falsche Bild von den Abruzzen ist natürlich zu korrigieren. An anderer Stelle habe ich versucht, die Reisenden und Künstler aufzuzählen, die dieses Land besucht haben. Es sind gar nicht so wenige, aber sie sind nicht bedeutend genug, um ein echtes und allgemeingültiges Bild der Abruzzen zu schaffen.

Der Anstoß zum Erkennen des Landes ging von Gelehrten aus. Die Abruzzesen selbst waren daran stark beteiligt, indessen wurden ihre Ergebnisse nur selten über die Grenzen ihres eigenen Landes bekannt. Weit mehr Erfolg hatten Bemühungen, die von der internationalen Forschung herrührten. Ich greife nur wenige wesentliche Beispiele heraus. Ein erster Anstoß ging von der Kartographie aus. Genaue Landkarten von Italien zu erstellen, war ein Hauptanliegen der römischen Universität im 18. Jahrhundert. Man bediente sich dazu vornehmlich ausländischer Geographen, Franzo

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