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moreRoma, Palazzo Colonna, Galleria ColonnaItalia (Lazio), Roma, Palazzo ColonnaRomaGalleriaColonna.xml
Siècle(s) de construction
17
Début de la réalisation
1661 (In der Literatur wird oft 1654 als Jahr des Baubeginns angegeben, doch beziehen sich die Dokumente aus jenem Jahr eindeutig auf die Galerie des Kardinals Girolamo Colonna (die spätere kartographische Galerie), die sich in einem anderen Palastteil befand.)
Fin de la réalisation
1700 (Obwohl sich kleine dekorative Arbeiten noch bis 1703 hinzogen, war die Galerie im Jahr 1700 im wesentlichen fertig und auch bereits mit Gemälden und Skulpturen dekoriert. Hektische Aktivitäten gegen Ende des Jahres 1699 deuten darauf hin, daß die Galerie im Heiligen Jahr 1700 benutzbar sein sollte.)
Statut
Modifiée
L'environnement du bâtiment contenant la galerie était-il urbain lors de la construction ?
oui
Fonctions
Événements
  • Fête (1701/02/06) : Karnevalsfest ; siehe Valesio (Ausgabe 1977), I, 291: “In questa sera il contestabile Colonna nella galleria del suo palazzo fece un nobilissimo festino con copiosi rinfreschi e detta galleria era illuminata da più di trecento lumi con riflessi di cristallo”.

  • Fête (1722/06) : Fest aus Anlaß der Präsentation der Chinea durch Fabrizio Colonna: „introdotti pertanto all’Appartamento del Sig. Ambasciadore [Fabrizio Colonna] Reggiamente preparato, furono condotti anche doppo a passeggiare nella gran Galleria della Casa già rinomata, ma resa nuovo spettacolo quelle due sere per la magnifica illuminazione di due ordini di Lampadari di cristallo [...] che rendeva un teatro così vago alla vista, che non può comprendersi se non da chi si è trovato a vederlo, e sa la vastità e lunghezza di tale edificio in Roma [...]. Cominciarono intanto le portate de’ Rinfreschi di acqua e frutti gelati, e confetture [...].“ (Zitiert bei Gori Sassoli 1997, 43.)

  • Autre (1722) : 1722 fand ein wenig gelungenes Konzert statt: „Il y eut, hier, un grand concert au palais Colonna, dont les conviez sortirent avec précipitation, sur le bruit que l’on entendit d’une chaîne qui se rompît dans le plancher de la fameuse galerie. Cependant, il n’y eut aucun dommage, et l’on en fut quitte pour la peure.“ (Montaiglon/ Guiffrey 1887-1912, VI, 127f.)

  • Visite (1740/10/08) : Diario Ordinario Num. 3617 (8.10.1740): „Martedì il giorno Sua Santità, secondo il consueto in forma semipublica, portossi per suo divertimento nel vicino Giardino dell’Ecc.ma Casa Colonna, di dove si trasferì ancora nel Palazzo della stessa Ecc.ma Casa nella piazza de’ SS. dodici Apostoli, osservandovi con molto piacere, oltre la scelta Libraria, e vaga Galleria, (dove ammise benignamente al bagio del piede l’Eccellentissima Signora D. Olimpia Pamphilio Colonna Contestabilessa vedova) tuttociò che di raro, e stimabile nel medesimo si ammira.”

Utilisations
  • Passage : seit dem Bau einer Brücke zwischen der Galerie und dem Garten der Colonna (1699-1700) dient die Galerie als der repräsentative Hauptzugang zum Garten; sie war außerdem der Zugang zu dem ab 1678 repräsentativ ausgebauten, 1878 abgerissenen „casino“.

  • Représentation : Die Galerie war ursprünglich als Thronsaal konzipiert.

  • Collection : Der Galerie-Mittelsaal sollte zunächst wohl nur Skulpturen enthalten; erst durch die Vermauerung von 4 Fensterachsen (1697) entstanden große Hängungsflächen für Gemälde.

  • Autre : Fabrizio Colonna erlaubte den Pensionären der französischen Akademie, in seiner Galerie zu studieren, worüber sich Akademiedirektor Vleughels 1730 sehr befriedigt zeigte: Montaiglon/ Guiffrey 1887-1912, VIII, 134, 140.

  • Exposition : Die Galerie enthält eine ständige Sammlung und dient zudem als Ort für Sonderausstellungen von Werken aus Colonna-Besitz (z. B. 2005 Ausstellung von Veduten Gaspar van Wittels).

Personnages
Commanditaire(s)
  • Souverain : Lorenzo Onofrio Colonna

    Lorenzo Onofrio Colonna (1637-1689) betrachtete sich selbst als souveränen Herrscher und wollte dies durch die Gestaltung der Galerie als Thronsaal zum Ausdruck bringen – gerade weil diese Position nicht allgemein akzeptiert wurde (1661-1689)

  • Souverain : Filippo II Colonna

    Filippo Colonna (1663-1714) folgte seinem Vater Lorenzo Onofrio 1689 als das Colonna-Familienoberhaupt nach; war zusammen mit seinem Hausarchitekten Girolamo Fontana verantwortlich für Planwechsel in der Galerie, die die soziale Spitzenstellung der Colonna weiter pointierten (1689-1703)

Créateurs principaux
  • Architecte : Del Grande, Antonio

  • Architecte ; Sculpteur : Bernini, Gianlorenzo

Artiste(s)
  • Architecte : Del Grande, Antonio

    Hausarchitekt der Colonna und Bauleiter bis zu seinem Tod 1679 (1661-1679)

  • Peintre ; Sculpteur ; Autre : Schor, Johann Paul

    Hatte die Aufgabe, den von del Grande errichteten Rohbau zu dekorieren ; lieferte Entwürfe für die architektonisch-skulpturale Dekoration ; konzipierte das Deckenfresko des Mittelsaales und begann dessen Ausführung (1661-1674)

  • Peintre ; Sculpteur ; Autre : Schor, Filippo

    half seinem Vater Johann Paul Schor bei der Freskierung des Gewölbes im Galerie-Mittelsaal; entwarf den figuralen Untersatz für einen heute in der Galerie befindlichen Kunstschrank, das „studiolo delle gioie“ (1665-1680)

  • Peintre : Coli, Giovanni

    führte nach Johann Paul Schors Tod (1674) zusammen mit Filippo Gherardi die Freskierung des Galerie-Mittelsaales fort (1674-1678)

  • Peintre : Gherardi, Filippo

    führte nach Johann Paul Schors Tod (1674) zusammen mit Giovanni Coli die Freskierung des Galerie-Mittelsaales fort. Nach einer Arbeitspause, die durch den Spanienaufenthalt des Auftraggebers (1678-1681) bedingt war, beendete Gherardi das Werk wohl in zwei Etappen 1682 und 1684/1685 (ohne den 1681 verstorbenen Coli). (1674-1685)

  • Architecte ; Sculpteur : Bernini, Gianlorenzo

    Bernini entwarf 1674 die Umgestaltung der Galerie : Verbindung des heutigen Mittelsaales, der bislang allein als Galerie diente, mit zwei neu gestalteten quadratischen Anräumen. 1675 ist Bernini auf der Baustelle dokumentiert. Konzipierte vermutlich auch einen für die Galerie bestimmten, mit Elfenbeinreliefs geschmückten Kunstschrank, das 1675 begonnene „studiolo d’avorio“. (1674-1675)

  • Architecte : De’ Rossi, Mattia

    Mitarbeiter Berninis; konzipierte eine stuckierte Wandgliederung für den Galerie-Mittelsaal (1674-1676)

  • Architecte : Fontana, Carlo

    wurde nach del Grandes Tod Colonna-Hausarchitekt ; konzipierte eine Stuckdekoration für die Wände des Galerie-Mittelsaales, die teilweise noch erhalten ist (Trophäengehänge); entwarf die Tür- und Fensterrahmungen aus gelbem Buntmarmor im östlichen Anraum (1681-1689)

  • Architecte : Fontana, Girolamo

    übernahm 1689 von seinem Onkel Carlo Fontana das Amt des Colonna-Hausarchitekten ; verantwortlich für die Vermauerung von vier Fensterachsen, für die Buntmarmorausstattung im Galerie-Mittelsaal sowie für die beiden Marmorportale an der östlichen bzw. westlichen Stirnseite (1689-1701)

  • Peintre : Giordano, Luca

    Ab 1681 Verhandlungen darüber, daß Giordano die beiden Anräume der Galerie ausmalen solle ; Freskierung des östlichen Anraums wohl 1685 begonnen und unvollendet gelassen (1681-1685)

  • Peintre : Ricci, Sebastiano

    komplettierte 1692 die (1698 wieder zerstörte) Freskierung des östlichen Anraums und schuf 1693-1695 das Deckenfresko des westlichen Anraums (1692-1695)

  • Peintre : Chiari, Giuseppe Bartolomeo

    Die Freskierung des östlichen Anraums erfolgte im wesentlichen 1698/99 ; Korrekturen (« ritocchi ») 1701 (1698-1701)

Architecture
Dimensions (en mètres)
long. 64 m , larg. 10,67 m , haut. 13 m
Plan
Roma.01.001 Für den Kontext siehe Strunck 2007, Taf. 10 a und 10b
Proportion(s) du plan dans la galerie
1 à 4
Niveau d'étage
1
Localisation dans le bâtiment
Die Galerie nimmt den gesamten piano nobile eines in West-Ost-Richtung verlaufenden Bautrakts ein, der im Erdgeschoß Stallungen enthält. Die nördliche Galerie-Langseite ist zum Gartenhof, die südliche zur Straße ausgerichtet. Die Galerie schließt sich im rechten Winkel an zwei parallel zueinander verlaufende piano-nobile-Appartements an, die ursprünglich dem Hausherren und seiner Gemahlin zugedacht waren. Man betrat die Galerie einst durch das Prunkschlafzimmer des Hausherren, konnte sie über eine Treppe aber auch direkt vom großen Vorhof aus erreichen. Der westliche Anraum der Galerie diente gewissermaßen als Vestibül, während der östliche Anraum als der triumphale Abschluß der Repräsentationsräume gedacht war. Erst durch den Bau einer Brücke (1699/1700) wurde dort eine ursprünglich nicht vorgesehene Verbindung zum Garten geschaffen.
Composants
  • Fenêtres sur les deux grands côtés (type pont) : oui

  • Fenêtres sur un seul grand côté (type loggia) : non

  • Fenêtres seulement sur les petits côtés (type portego) : non

  • Verrière zénithale : non

  • Portes-fenêtres : oui

    Commentaire : nur im östlichen Anraum sowie Fenstertür an der Westseite des westlichen Anraums

  • Fenêtres superposées : oui

    Commentaire : nur im Mittelsaal und im östlichen Anraum

  • Fenêtres/portes en arcades : non

  • Entrée principale du petit côté : oui

  • Entrée principale du grand côté : non

  • Orientation des peintures principales du plafond vers les grands côtés : non

  • Orientation des peintures principales du plafond vers les petits côtés : oui

    Commentaire : Die Bildfelder sind auf einen von Westen kommenden Betrachter ausgerichtet.

  • Ex-loggia : non

  • Chauffage : non

    Commentaire : keine Kamine

  • Plafond : non

  • Voûte : oui

    Commentaire : gedrückte Tonne im Mittelsaal, Muldengewölbe in den beiden Anräumen

Type de décoration
  • Pilastres : oui

    Commentaire : nur im Mittelsaal

  • Demi-colonnes : non

  • Colonnes entières : oui

    Commentaire : je zwei Kolossalsäulen fassen die Durchgänge zwischen dem Galerie-Mittelsaal und den beiden Anräumen ein

  • Arcades : non

  • Niches : non

  • Ordre dorique : non

  • Ordre ionique : non

  • Ordre corinthien : non

  • Ordre composite : oui

  • Entablement complet : oui

  • Corniche simple : non

  • Pavement de marbre : oui

    Commentaire : Der Marmorboden im Mittelsaal datiert 1698/99; die Marmorböden in den beiden Anräumen entstanden erst 1964 (vorher dort ein Ziegelfußboden).

  • Pavement de pierre : non

  • Tomettes : non

  • Parquet : non

  • Pavement autre : non

Commentaire :

Décor permanent
  • Plafond à caissons avec des peintures ornementales : non

  • Plafond à caissons avec des peintures figuratives : non

  • Voûte sans décoration : non

  • Voûte décorée seulement avec des stucs : non

  • Voûte décorée seulement avec des peintures : oui

  • Voûte avec peintures figuratives contournées par décor de stuc : non

  • Voûte avec peintures figuratives contournées par une architecture peinte : oui

    Commentaire : Das gilt für alle drei Galerieräume, wobei jedoch im Mittelsaal die gemalte Architektur wesentlich dominanter ist als in den Anräumen.

  • Peintures figuratives sur la voûte conçues comme "quadri riportati" (tableaux de chevalet) : oui

    Commentaire : Nur im Mittelsaal gibt es von gemalten Stuckrahmen eingefaßte « quadri riportati », die jedoch teilweise als illusionistische Ausblicke behandelt sind (Historienbilder mit Perspektive « di sotto in su »)

  • Peintures figuratives sur la voûte conçues comme des ouvertures illusionnistes : oui

    Commentaire : Das gilt für die beiden Anräume sowie für die Himmelsdurchblicke, die das dekorative System im Mittelsaal ausspart.

  • Présence d’héraldique : oui

    Commentaire : Colonna-Wappen in Stuckdekoration ; aber auch die prominent inszenierten Säulen in den Fresken und die vier Kolossalsäulen in den Galerie-Durchgängen haben (als Wappenzeichen der Colonna) heraldische Valenz

  • Présence d'inscriptions : oui

    Commentaire : Im Mittelsaal ist der Triumphbogen im vierten quadro riportato beschriftet: „M. A. C./ CAPITI TRYUMPHALI/ THRACIO/ ASIATICO/ APHRICO“.Im östlichen Anraum erscheint in einem aufgeschlagenen Buch der Text : „MARCUS ANTONIUS COLUMNA MDCC“.

  • Présence de figures peintes ou en stuc assises sur la corniche : oui

    Commentaire : In allen drei Galerieräumen sitzen gemalte, scheinbar illusionistisch präsente Figuren auf dem Gesims.

  • Frise avec éléments décoratifs : non

  • Peintures permanentes sur les parois conçues comme "quadri riportati" (dans des bordures réelles ou peintes ou comme tapisseries feintes) : non

  • Peintures permanentes sur les parois conçues comme des ouvertures illusionnistes : non

  • Peintures permanentes sur les parois imitant un ordre architectural (colonnes, pilastres etc.) : non

  • Miroirs installés durablement sur les parois : non

Décor permanent (détails)
  • Plafond - Fresque (1665-1685-1685) : Deckenbild im Galerie-Mittelsaal

    Catégorie iconographique : Histoire moderne - Sujet iconographique : Marcantonio Colonnas Anteil am Seesieg von Lepanto (1571)

    Artiste(s) : Schor,  Johann Paul; Schor,  Filippo; Coli, Giovanni ; Gherardi, Filippo ; Giordano, Luca ?

    Die fünf Gemälde in der Hauptachse des Raumes stellen folgende Ereignisse dar: den Empfang Marcantonio Colonnas durch den Dogen in der Sala del Collegio des venezianischen Dogenpalastes (April 1571, Verhandlungen über die Bildung der sogenannten Heiligen Liga von Kirchenstaat, Spanien und Venedig); die Einsetzung Colonnas zum Oberkommandeur der päpstlichen Flotte (11.6.1570); die Seeschlacht von Lepanto (7.10.1571); den triumphalen Einzug Colonnas in Rom (4.12.1571); die Errichtung einer Ehrenstatue für Marcantonio Colonna im Konservatorenpalast auf dem Kapitol (September 1595).

    Commentaire : Luca Giordano wirkte vielleicht an den Rahmenszenen der Südseite mit.

  • Plafond - Fresque (1693-1695-1695) : Deckenbild im westlichen Anraum der Galerie

    Catégorie iconographique : Histoire ancienne ; Histoire moderne ; Allégorie ; Sujet littéraire - Sujet iconographique : „Prolog“ für die Fresken im Galerie-Mittelsaal: Vorstellung des Helden, allegorische Verbildlichung der Türkenproblematik, Ausblick auf den Sieg.

    Artiste(s) : Ricci, Sebastiano und Gehilfen

    An der Nordseite ist die ›Tyrannei‹ der Türken im Mittelmeerraum allegorisch verbildlicht, während über dem Durchgang zum Mittelsaal der Galerie Marcantonio über die Mächte des Bösen triumphiert. Die beiden restlichen Szenen verweisen (unter Rekurs auf Vergils „Aeneis“) auf die Seeschlacht von Actium als bedeutende antike ›Präfiguration‹ des Lepantosiegs.

  • Plafond - Fresque (1698-1699-1701 (« ritocchi »)) : Deckenbild im östlichen Anraum der Galerie

    Catégorie iconographique : Allégorie ; Histoire moderne - Sujet iconographique : « Epilog » zu den im Galerie-Mittelsaal dargestellten Geschehnissen: der Ruhm, den Marcantonio Colonna durch seine glorreichen Taten verdient hat.

    Artiste(s) : Giuseppe Bartolomeo Chiari

    Herkules führt Marcantonio zur weiblichen Personifikation der Ewigkeit hinauf, die ihm einen Ehrenplatz in einer erlauchten Runde antiker Helden zuweist. Auf der gegenüberliegenden Gewölbeseite wird sein Name in das Buch der Geschichte eingeschrieben. Die auf Wolken thronende Personifikation der römischen Kirche schaut dankbar zu Colonna hinüber. Rechts von der Hauptszene wird seine Feldherrentüchtigkeit, ein nackter ›Genio militare‹, von den damals bekannten vier Erdteilen bestaunt.

    Commentaire : Ein vorher an diesem Ort befindliches Deckenfresko (wahrscheinlich von Luca Giordano und Sebastiano Ricci) wurde abgeschlagen, um für Chiaris Werk Platz zu machen.

  • Antike Reliefs : Autre

    Die Reliefs sind im Mittelsaal unter den Fenstern in die Wand eingemauert.

Décor mobile commandé pour la galerie
  • Sol - Mobilier : 6 große Konsoltische (4 im Mittelsaal und 2 im östlichen Anraum)

    Date de création : 1700-1702

    Date d'installation : 1702

    Catégorie iconographique : Histoire moderne ; Mythologie ; Héraldique - Sujet iconographique : Die Konsoltische werden (in Anspielung auf Marcantonio Colonnas Lepanto-Sieg) teils von gefesselten „Barbaren“, teils von Sirenen gestützt. Letztere sind ein altes Familienzeichen der Colonna und halten deren Wappenzeichen, die Säule, in Händen.

    Artiste(s) : Antonini, Giovanni Battista

  • Plafond - Éclairage : 20 Kristall-Leuchter im Galerie-Mittelsaal

    Date de création : vor 1701 ?

    Date d'installation : ?

    Commentaire : Die Präsenz der Leuchter wird angedeutet von Valesios Beschreibung des Karnevalsfestes am 6.2.1701: “In questa sera il contestabile Colonna nella galleria del suo palazzo fece un nobilissimo festino con copiosi rinfreschi e detta galleria era illuminata da più di trecento lumi con riflessi di cristallo”. Valesio (Ausgabe 1977), I, 291.

  • Parois - Miroir : 4 bemalte Spiegel

    Date de création : 1666-1673 ?

    Date d'installation : 1700

    Catégorie iconographique : Autre - Sujet iconographique : Putten spielen mit Blumengirlanden

    Artiste(s) : Giovanni Stanchi ; Carlo Maratta

    Commentaire : Ab 1666 häufen sich im Archivio Colonna Hinweise auf bemalte Spiegel in kostbaren geschnitzen, vergoldeten Rahmen. Im Juni 1672 wurde Carlo Maratta für „puttini depinti da lui nelli quattro nostri specchi grandi” entlohnt. Anfang 1673 befanden sich zwei Spiegel im westlichen Vorraum der Galerie. Daß die Galerie der definitive Bestimmungsort der Spiegel sein sollte, belegt ein Dokument vom Februar 1673: Es wurde Lindenholz bereitgestellt „per fare le cornici alli specchi grandi che devono andare alla galleria“. 1676 waren vier große Spiegel in der Galerie vorhanden, wurden allerdings (wohl wegen der fortgesetzten Bauarbeiten) wieder entfernt. Die schließlich nach Fertigstellung der Galerie im Jahr 1700 aufgehängten Spiegel befanden sich im östlichen Anraum, wie durch das Inventar von 1714 und durch „bildliche Galeriekataloge“ (u. a. von Salvatore Colonnelli Sciarra, ca. 1730) dokumentiert ist.

  • Sol - Mobilier : Kunstschrank (sogenanntes « studiolo d’avorio »)

    Date de création : 1675-1693 ?

    Date d'installation : 1700

    Catégorie iconographique : Religion ; Histoire ancienne ; Autre - Sujet iconographique : Die Elfenbeinreliefs reproduzieren berühmte Kunstwerke des 16. und 17. Jahrhunderts.

    Artiste(s) : Franz und Dominik Stainhart (Reliefs) ; Gesamtentwurf wahrscheinlich von Gianlorenzo Bernini, in der Detailplanung präzisiert von Carlo Fontana

    Commentaire : Die Elfenbeinreliefs der Gebrüder Stainhart entstanden zwischen 1675 und 1680; die Fertigstellung des Schrankes zog sich aber bis mindestens 1693 (vielleicht sogar 1699) hin. Auch wenn der kostbare Schrank erst nach Fertigstellung der Galerie in derselben platziert wurde, macht sein Bildprogramm es wahrscheinlich, daß er schon 1675 als « Galerie in der Galerie » konzipiert wurde.

Décor mobile de collection
  • Parois - Peinture : Gemäldesammlung

    Date de création : ?

    Date d'achèvement : ?

    Commentaire : Die ursprüngliche Hängung der Gemälde ist durch Inventare sowie durch „bildliche Galeriekataloge“ (u. a. von Salvatore Colonnelli Sciarra, ca. 1730) dokumentiert. Die heutige Hängung entspricht vom Prinzip her der ursprünglichen Anordnung, die Analogien zwischen Bildgattungen und einer anthropomorphen Architekturinterpretation herstellte: Im westlichen Anraum der Galerie (den Dokumenten zufolge „a piedi della galleria“) vor allem „Begehbares“ (Landschaften), im Mittelsaal religiöse und profane Historienbilder, im östlichen Anraum („a capo della galleria“) vor allem „Köpfe“ (Porträts).

  • Sol - Sculpture antique : Antike Statuen und Büsten

    Date de création : ?

    Date d'achèvement : ?

    Commentaire : Die ursprüngliche Aufstellung der Antiken ist durch Inventare sowie durch „bildliche Galeriekataloge“ (u. a. von Salvatore Colonnelli Sciarra, ca. 1730) dokumentiert. Die Anordnungsprinzipien (Statuen vor Pilastern, Büsten auf Konsoltischen) sind unverändert geblieben. Verschwunden sind heute jedoch die 1700-1702 angefertigten Piedestale für Kleinplastiken.

Documentation
Sources
  • archive ; édition : Dokumente zu Bau und Ausstattung der Galerie : Strunck 2005; Strunck 2007, 461-559
  • archive; édition : Inventare: Safarik / Pujia 1996
  • guide : Rossini, Pietro: Il Mercurio Errante delle Antichità di Roma (...), Rom 1693.
  • guide : Rossini, Pietro: Il Mercurio errante delle grandezze di Roma, tanto antiche, che moderne (...), Rom 1700.
  • : Valesio, Francesco: Diario di Roma, I: 1700–1701, hrsg. von Gaetana Scano/ Giuseppe Graglia, Mailand 1977.
  • : Montaiglon, Anatole de/ Jules Guiffrey (Hrsg.): Correspondance des directeurs de l’Académie de France à Rome avec les surintendants des bâtiments, 18 Bde., Paris 1887–1912.
Bibliographie essentielle
  • Safarik, Eduard A. / Milantoni, Gabriello: Catalogo sommario della Galleria Colonna in Roma. Dipinti, Rom 1981.
  • Catalogo della Galleria Colonna in Roma. Sculture, hrsg. von Filippo Carinci, Herbert Keutner, Luisa Musso, Maria Grazia Picozzi. Premessa di Eduard A. Safarik, Rom 1990.
  • Safarik, Eduard A./ Cinzia Pujia: Collezione dei dipinti Colonna. Inventari 1611–1795 (The Provenance Index del Getty Art History Information Program, Inventari Italiani 2), München u. a. 1996.
  • Strunck, Christina: Bernini zitiert sich selbst? Die Kunstmöbel der Galleria Colonna, in: Römische historische Mitteilungen, 47, 2005, 227–278.
  • Strunck, Christina: Berninis unbekanntes Meisterwerk. Die Galleria Colonna in Rom und die Kunstpatronage des römischen Uradels (Römische Studien der Bibliotheca Hertziana, 20), München 2007.
Liens internet
Autres illustrations palliatives
  • umfangreiche Fotodokumentation in Strunck 2007
Auteur(s), dernière modificationStrunck, Christina - 2007/07/05