Carlo Marchionni im Martin-von-Wagner-Museum
Das im Jahre 1832 als Aesthetisches Attribut der Universität Würzburg gegründete Martin-von-Wagner-Museum erhielt durch die Stiftung des deutschrömischen Malers und Bildhauers Martin von Wagner, eines gebürtigen Würzburgers, im Jahre 1858 einen bedeutenden Zuwachs seiner Sammlungen: Der bereits vorhandenen beachtlichen Gemäldesammlung wurde eine durch spätere Zukäufe aus dem Stiftungsvermögen beträchtlich vermehrte Antikensammlung und eine ursprünglich etwa 10 000 Handzeichnungen und ca. 20 000 Kupferstiche und Holzschnitte umfassende graphische Sammlung angegliedert. Die Anzahl der Handzeichnungen ist durch Schenkungen und Ankäufe auf etwa gegenwärtig etwa 16 000 Blatt angewachsen. Unter den von Wagner gestifteten Handzeichnungen kommt dem Komplex von etwa 3000 Blatt italienischer Künstler des 16. bis 18. Jahrhunderts vor allem der römischen, venezianischen und florentinischen Schule besondere Bedeutung zu. Durch Bestandskataloge wurden bisher die Zeichnungen von Giovanni Battista Tiepolo und seines Kreises sowie von Federico Barocci erschlossen. Ein bedeutendes Konvolut bilden die 295 Zeichnungen des römischen Bildhauers und Architekten Carlo Marchionni (1702 – 1786), die Wagner in Rom erworben hatte. Obwohl dieser den römischen Architekten in baukünstlerischer Hinsicht als Dilettanten bezeichnete, schätzte er offensichtlich Marchionni als hervorragenden Zeichner. Ein Bestandskatalog des Marchionni-Komplexes des Martin-von-Wagner-Museums wird gegenwärtig von Elisabeth Kieven erarbeitet.